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Der Hahn
Ich habe einen
Hahn zu Haus,
der leckt anstatt zu krähen.
Ich habe alles schon probiert –
ich kann es nicht verstehen.
Ich dreh ihn hin, ich dreh ihn her –
er gibt sonst keinen Ton.
Doch höre ich genauer hin,
hör’ ich ihn lecken schon.
Die Zunge ist zum Reden da,
zum Krähen oder Bellen,
doch wie kann sich ein stolzer Hahn
im Wesen so verstellen?
Ein Hahn gebietet über Hennen
und ist ihr Morgenwecker.
Doch werden sie den Tag verpennen
bei diesem Speichellecker!
Statt mich mit seinem Kräh’n zu wecken,
lässt er mich nicht mehr schlafen.
Will er mich mit dem steten Lecken
für etwas gar bestrafen?
Zwar wende ich ihn hin und her –
doch das gehört zum Plan.
Man sieht das ja auf manchem Turm,
an jedem Wetterhahn.
Doch nun hat er’s so weit gebracht –
ihr werdet mich verstehen –:
Ich werde einmal in der Nacht
ihm seinen Hals umdrehen!
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